Einzel- und Paararbeit
Wesentliche Aspekte der KBT-Einzel- und Paararbeit entstehen
in der dualen Situation. Daraus ergeben sich folgende Schwerpunkte:
1. Im Vordergrund steht das Eingehen auf die
Ziele und Erlebnisinhalte sowie das Begreifen von Zusammenhängen
von Biographie (Entwicklung) und Symptom und die Notwendigkeit
einer Durcharbeitung des psychophysischen Materials. So können
auf dem Hintergrund der erkannten Zusammenhänge Stärken
und Schwächen in der Verknüpfung mit dem Erlebten anerkannt,
Ressourcen und Vertrauen in die Selbstheilungskräfte geweckt
und integriert werden.
2. Die Übertragungsbeziehung und die
Realbeziehung werden deutlich
- auf der gegenwärtigen Handlungsebene,
- im Körperdialog,
- in der strukturierten Körperarbeit
- und im Gespräch
3. Die Arbeit mit Objekten soll erfahren werden
- als Realobjekt,
- als Übergangsobjekt,
- als Symbol
- und als Distanzierungsmöglichkeit
4. Das Ineinandergreifen von Bewegen, Handeln
und Sprechen soll erlebt und verstanden werden. Auf dem Hintergrund
der Tiefenpsychologie wird das Erlebte bearbeitet. Eine vertiefte
Selbsterfahrung und das Lernen am Modell werden ermöglicht;
dazu kann es notwendig werden, das Vorgehen im Prozess transparent
zu machen.
Körperbilder
Gruppenangebote
Der Anfang einer fortlaufenden Gruppe soll
einen Selbsterfahrungsprozess ermöglichen, in den Themen
der eigenen Biographie, der aktuellen Lebenssituation und des
Gruppengeschehens einfließen und der offen ist für
die Auseinandersetzung mit bewussten und unbewussten Konflikten.
Die Erforschung der eigenen Leiblichkeit, wie sie in Körperhaltung, Ruhe
und Bewegung deutlich wird, ist die Grundlage. Es werden alle Bereiche des
Körpers miteinbezogen und die zu den Bereichen gehörenden Themen
werden erarbeitet. Dabei ist die Erfahrung von Bewegungsabläufen, die
sinnliche Wahrnehmung, die Wahrnehmung des Atems und der Stimme genauso wichtig
wie Ausdruck zu finden für Leid- und Freudvolles über
Haltung, Gestik, Ton und Sprache.
Im
weiteren Verlauf sollen die Gruppenmitglieder zunehmend die unterschiedlichen
Erfahrungsebenen differenzieren können, also zwischen Körper-
bzw. Sinnesempfindungen, Gefühlen, inneren Bildern bzw.
Erinnerungen, sowie zwischen Gedachtem und Vorgestelltem. Gefühle,
die sich körperlich äußern und im Lebensverlauf
körperlich bewahrt werden, sollen das Leibgedächtnis
bilden. Die leib-seelischen Zusammenhänge sollen in einer
eigenen authentischen Sprache formuliert werden. Ebenso soll
Verbalisierungsfähigkeit und sprachliche Differenziertheit
gefördert werden.
Die Wahrnehmung des Raumes und der Zeit wird
als leibhaftige Erfahrung in Beziehung gesetzt. Auch Elemente
des Spiels und des gestaltenden, bildnerischen Ausdrucks werden
einbezogen. Die Erfahrung mit Gegenständen, je nach Situation
real, symbolisch oder als Projektions- und/oder Identifikationsobjekte
wird ins Handeln miteinbezogen.
Die leibliche Begegnung zwischen den GruppenteilnehmerInnen in der Berührung,
im spielerischen Handeln, in Nähe und Distanz sind ein weiteres wichtiges
Erfahrungsfeld. In Wertschätzung und Achtung können Projektionen, Übertragungen
und Gegenübertragungen erfahren und soweit wie möglich aufgelöst
werden.
Unterschiedliche
Rollen in der Gruppe und damit verbunden Rivalität und
Aggression, Kampf und Flucht, Solidarisierung und Lernen durch
Mitlernen am Beispiel
anderer sind ein durchgängiger Bestandteil des Selbsterfahrungsprozesses.
Das Ausprobieren neuer und anderer Verhaltensweisen
tritt neben die Reflexion der eigenen Rolle in der Gruppe. |